Tschüss, Maradona!


3. Juli 2010

Argentinien scheiterte im Viertelfinale an Deutschland

Mit einem Ergebnis, dass wohl niemand vor dem Spiel vorhergesagt hatte, wurde das Team vom einstigen Weltklassespieler Maradona von der deutschen Nationalmannschaft vom Platz gefegt. Eine homogene Mannschaftsleistung war die Voraussetzung für den auch in dieser Höhe verdienten Sieg, der den Einzug ins Halbfinale bescherte.
Fußball Weltmeisterschaft 2010
Viertelfinale
Argentinien gegen Deutschland 0:4 (0:1)
Das Stadion Green Point in Kapstadt war mit 64.100 Zuschauern ausverkauft und die deutsche Mannschaft startete furios ins Spiel während die Südamerikaner den Spielbeginn komplett verschliefen, so war es war kein Zufall, dass das Team von Joachim Löw durch ein Kopfballtor von Thomas Müller, nach einem Freistoß von seinem Münchner Vereinskameraden Bastian Schweinsteiger, schon früh in Führung ging. Auch nach dem Torerfolg setzte die deutsche Mannschaft weiterhin den Weg nach vorn, kam aber zunächst nicht zu weiteren Torchancen. Die Dominanz hatte nach zwanzig Minuten ein Ende, denn Argentinien fand so langsam ins Spiel und Manuel Neuer im Tor bekam seine ersten Bewährungsproben, die der Schalker souverän meisterte. Das Spiel wurde ausgeglichener und Miroslav Klose hatte nach guter Vorbereitung von Thomas Müller das zweite Tor auf dem Fuß, der Münchner bekam aber zu viel Rücklage und beförderte den Ball über das Tor. Einen weiteren Aufreger hatte das Spiel nach 36 Minuten, da bekam Thomas Müller wegen eines Handspiels die Gelbe Karte von Schiedsrichter Rávstan Irmatov, die Karte hat leider Folgen, denn es war die zweite des Münchners und ist somit im Halbfinale am kommenden Mittwoch gesperrt. Die Gauchos setzten ihre Bemühungen fort noch vor der Pause den Ausgleich zu erzielen, Deutschlands Defensivarbeit war aber gut und konnte mit der knappen und verdienten Führung in die Pause gehen.
Personell unverändert kamen beide Mannschaften aus der Kabine, die Argentinier intensivierten ihr Spiel und wollten mit aller Macht den Ausgleich, für das deutsche Team war es wichtig nicht den Ausgleich hinnehmen zu müssen. Nachdem dann der erste Druck der Argentinier nachließ kam das Löw Team zu Gegenangriffen, die aber zunächst nicht präzise genug erfolgten. Das intensive Spiel wog hin und her und Manuel Neuer wurde gut beschäftigt, denn die quirligen Angreifer der Südamerikaner waren nicht gänzlich auszuschalten, obwohl die Defensive voll auf der Höhe war. Als sich dann Thomas Müller den Ball erkämpfte und den Ball im Liegen zu Lukas Podolski weiterleitete, der quer zu Miroslav Klose passte, konnte der Münchner in seinem 100. Länderspiel den 51. Treffer im Trikot der Nationalmannschaft erzielen und öffnete damit das Tor ins Halbfinale weit. Es sollte aber noch lange nicht alles gewesen sein, die Körpersprache der Argentinier machte deutlich, dass das Spiel für sie bereits abgehakt war. Der in diesem Spiel überragende Bastian Schweinsteiger der den Weltklassemann Lionel Messi fast zur Wirkungslosigkeit degradierte und dem Spiel in der Offensive wertvolle Impulse gab. Sein Alleingang durch die gesamte Abwehr der Argentinier und dem abschließen Pass zu Arne Friedrich, der dem ehemaligen Berliner zu seinem ersten Länderspieltor verhalf, war schon sehenswert. Sporadische Angriffe vom Maradona Team sorgte für keine ernsthafte Gefahr mehr, vielmehr sollte sich das Ergebnis noch komfortabler gestalten, weil Miroslav Klose nach Mesut Özil Flanke in Gerd Müller Manier sein zweites Tor des Spiels traf. Klose hat damit mit Gerd Müller mit 14 Treffern bei Weltmeisterschaften gleichgezogen .Wenn man bedenkt, das es nicht wenige Gegner gab, Klose mit nach Südafrika zu nehmen, zeigt dass auch über
Joachim Löw das Füllhorn des Lobes ausgeleert werden darf. Nicht nur in dieser Personalie hat der Bundestrainer recht behalten, denn auch das Konzept mit den jungen Wilden, die bisher bei der WM eine außerordentliche Leistung auf den Rasen zauberten, war nicht unbedingt vorhersehbar. Nicht nur die Erfolge, sondern auch die attraktive Spielweise der Deutschen imponiert und es macht Spaß diese Mannschaft spielen zu sehen.
Im Halbfinale am Mittwoch trifft man auf Paraguay oder Spanien und dann folgt dann entweder das Endspiel oder das Spiel um Platz drei. Auf jeden Fall hat man dann etwas unerwartetes erreicht, denn soviel wurde der Mannschaft vielerorts nicht zugetraut.
Mannschaftsaufstellungen
Argentinien
Romero, Otamendi (70.Pastore), Burdisso, Demichelis, Heinze, Maxi Rodriguez, Mascherano, di Maria, Messi, Tévez, Higuain
Trainer
Diego Armando Maradona
Deutschland
Neuer, Lahm, Mertesacker, Friedrich, Boateng (72.Jansen), Schweinsteiger, Khedira (78.Kroos), Müller (84.Trochowski), Özil, Podolski, Klose
Trainer
Joachim Löw
Schiedsrichter
Rávstan Irmatov (Usbekistan)
Zuschauer
64.100 (ausverkauft)
Tore
0:1 (3.) Müller
0:2 (67.) Klose
0:3 (74.) Friedrich
0:4 (89.) Klose
Gelbe Karten
Otamendi (11.), Mascherano (80.) – Müller (36.)

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